Nachdem Grim und nimmzwei ja auch an Shdowrun: Crossfire ihr Interesse bekundet haben hier mal mein erster Eindruck:
1. Unboxing: Wenn man die Box öffnet und auf den Inhalt nicht vorbereitet ist, bekommt man angesichts des Preises für das Spiel erst mal einen Schock. 200+ Karten, Regelheft, ein Punchboard mit Countern, 10 Spielerbögen (eigentlich 2x5 u w/m) und die Aufkleber für Charakterverbesserung ala Risk Legacy sowie Schnickschnack in Form von Werbung, einer recht üppigen Einführung in die 6.Welt von Shadowrun (24 S.) und ein Auszug aus einem neuen Shadowrun-Roman.
Die Karten haben durchschnittliche Qualität - nicht so gut wie bei Pathfinder oder Thunderstone aber auch nicht so schlimm wie bei einigen Wizkids-Produkten.
Die Regeln sind soweit gut strukturiert und verständlich wenn ich auch das Gefühl habe, das es im Spiel die ein oder andere Fragen geben könnte, die man nicht so schnell aus dem Heft herausfiltrieren kann. Auf jeden Fall besser als bei MYth
Die Counter sind OK obwohl sie den Eindruck erwecken als würden sie sich schnell aufknibbeln (ist das der Fachbegriff?).
Die Notwendigkeit für die Max-Health Counter erschließt sich mir im Augenblick nicht, da der Wert auf den Charakterbögen eingetragen ist - vielleicht gibt es Achievements (Aufkleber) die die Max-Health erhöhen - soweit hab ich mich noch nicht durchgewühlt.
2. Spielaufbau:
Geht im Vergleich zu Pathfinder, das ich hier als Vergleichsspiel heranziehen möchte super schnell.
Die Karten auf den Tisch. Insgesamt 4 Stapel: 2x Obstacles - die Gegner (2 Schwierigkeitsgrade) 1x Schwarzmarkt-Karten (die Karten zum Kaufen - Deckbuilding von denen 6 jederzeit ausliegen) und 1 Stapel Ereigniskarten
Jeder seine Handkarten 1 Stapel pro Rolle insgesamt 7 Karten (Decker, Mage, Street-Samurai und Face ? - das A-Team läßt grüßen) und das Szenario und es kann losgehen.
Vorbereitungszeit ist also super - genau das richtige für ein schnelles Spiel.
3. Spielverlauf:
Ich will jetzt nicht in Detail gehen, dafür will ich auf jeden Fall erst mal noch eine Partie mit 3 oder 4 Spielern zocken. Habe bisher nur 4 Partien solo mit 2 Runnern gespielt.
Die Züge gehen schnell und man steht quasi ab der ersten Runde unter Druck, je nach Kartenglück, welche Obstacles / Gegner man zieht hat man alle Hände voll zu tun. Dabei hat man leider die Hände nie voll - Karten sind knapp und das macht es verdammt schwer. Im Gegenzug dazu ist Pathfinder Kindergeburtstag. Bei Crossfire hat man keine Zeit sich an der Szenerie zu erfreuen, hier gehts in jeder Runde ums überleben und wahrscheinlich klappt es nicht. Meine letzte Partie habe ich knapp vor Sieg verloren - der Frustfaktor ist schon sehr nett.
Im Gegensatz zu Pathfinder ist Crossfire aber auf jeden Fall voll Kooperativ. Ich kenne außer Shadowrift kein Karten/Deckbauspiel bei dem das wirklich zutrifft. Der DeckbauCharakter bei Crossfire ist dabei nicht zu im Mittelpunkt, man wünscht sich in jeder Runde neue Karten, aber solange man keine Karten im Schwarzmarkt hat, die einem zusätzlich Nachziehaktionen verschaffen ist man in jeder Runde im sehr knapp, man ist bemüht das Maximum aus den Karten herauszuholen was meist bedeutet den Gegner eines Kameraden anzuknacksen weil der Mistkerl vor einem gerade nicht zu knacken ist.
Da die besiegten Gegner nicht in den eigenen Kartenstapel wandern sondern Geldausspucken bevor sie die Augen für immer zu machen und auf den Ablagestapel wandern ist das eigene Deck auch immer SEHR überschaubar. Wenn Gegner überwunden werden erhalten alle Spieler einen Teil der Belohnung (NuYen=Kohle) von denen die Kartenhaus dem Schwarzmarkt gekauft werden können.
erstes Fazit: Ich bin noch unschlüssig - der Glücksfaktor bei Crossfire ist immens wie bei Pathfinder auch. Das kooperative Spiel viel ausgeprägter, dabei ist der Schwierigkeitsgrad extrem knackig. Eine Partie ist recht schnell gespielt - solo hab ich nicht länger als 20 Minuten gebraucht - das ist schnell. Die Immersion ist nicht so stark ausgeprägt wie bei Pathfinder und auch das Aufleveln wird einem wahrscheinlich, wenn es einem gelingt nicht so viel Spaß bereiten aber das Gameplay ist definitiv packender, weil viel viel schwerer. Dabei ist die "taktische" Tiefe bei Crossfire zumindest vorhanden, die Kämpfe sind deterministisch und nicht abhängig von Würfelwürfen, der Zufalls-Charakter beim Kartenziehen hagelt einem natürlich in bißchen dazwischen, aber man weiß welche Möglichkeiten man hat und was man ausrichten kann. Meist nicht genug...aber das Leben als Runner ist ja auch kein Zuckerschlecken.